Friedrich-Spee-Gesamtschule Paderborn - Weißdornweg 6 - 33100 Paderborn - Tel.: 05251-16690 - E-Mail: ge-friedrichspee[at]paderborn.de

Kooperation mit Malte Lück

Der DG-Kurs kommuniziert per Videomail mit Malte Lück

Gefühle sind stets um uns herum und prägen unseren Alltag. Doch nicht nur in unserer Welt, sondern auch unser Selbst birgt eine ganze Welt von Gefühlen die – je stärker sie werden – immer unkontrollierbarer werden. Scheinbar. Zweifelsohne gehört die Wut zu den sehr starken Gefühlen, die uns mitunter handlungsunfähig macht oder uns zu überzogenen Reaktionen verleitet.
Der individuelle Umgang mit der eigenen Wut in uns selbst sowie das Nachspüren und Erforschen dieser kraftvollen Emotion hat sich der Darstellen-und-Gestalten-Kurs aus Jahrgang 7 der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule zur Aufgabe gemacht. Elf Monate vor der Präsentation des Kölner Performance-Künstlers Malte Lück im Paderborner Kunstverein entwickelte sich die Zusammenarbeit zwischen Schülern und Künstler via Internet. Die thematische Festlegung erfolgte in ersten E-Mails zwischen Manuel Wibbeke und Herrn Lück: „…ich spreche Wut an. Wut deshalb, weil wir gerade da spüren, wie viel Energie in uns steckt, und wenn wir diese Energie anders ‚richten‘ können, bekommt das eine ganz große positive Kraft […] Was meinen Sie? Trauen Sie sich das zu, mit den Schülern so zu erarbeiten?“ (E-Mail vom 20.1.2013) Damit war klar, dass sich die Schüler zum Teil auf einen Weg machen würden, der sie an die Grenzen der üblichen Unterrichtspraxis bringen würde – und darüber hinaus, denn es zeigte sich rasch, dass die konsequente und ernsthafte Auseinandersetzung mit den Wurzeln und Mechanismen von Wut sehr nah an die individuelle Identität jedes Einzelnen stoßen würde.
Da der Kontakt über das Internet via E-Mail und Youtube auf beiden Seiten als selbstverständliches Kommunikationsmittel und somit keinesfalls als Hürde gelten konnte und auch die Schüler großes Interesse sowie noch mehr Motivation für ein webbasiertes Projekt an den Tag legten, war die anfangs große räumliche Distanz zwischen Köln und Paderborn zu einer Nebensächlichkeit verfallen.

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Immer wieder filmte der Kurs seine Arbeitsergebnisse und bisweilen bloß Arbeitsproben. Diese wurden dann auf einem eigens eingerichteten Youtube-Kanal hochgeladen und in der Regel antwortete Malte Lück binnen weniger Tage oder Stunden häufig durch ein eigenes Video aus seinem Kölner Atelier. Zumeist schrieb er noch einige Zeilen dazu und brachte seine Expertise als Performance-Künstler immer wieder in den Arbeitsprozess ein, sodass die Schüler mit jedem weiteren Dialog tiefer in die Thematik und schließlich eigene Inszenierung einstiegen. Außerdem konnten die Schüler gleichsam in Echtzeit die Inszenierungsentwicklung von Malte Lück mit verfolgen, weil er immer wieder die Ideen für seine eigene Arbeit in seine Kommentierung einfließen ließ: „Die Idee der einheitlichen schwarzen Kleidung und der Anonymisierung mit den weißen Masken finde ich sehr gut, da ich im Anschluss an das Dargestellte nicht maskiert und in Weiß auftrete und eine ‚performative Lösung‘ für die innere, nicht gerichtete Energie anbiete." (E-Mail vom 28.5.2013)

Aus vielen kleineren Inszenierungen der Schüler, die sich alle auf ganz unterschiedliche Weise mit der Wut auseinandergesetzt hatten, wurde durch die Festlegung des Ortes für die öffentliche Aufführung eine zusammenhängende Inszenierung, an der alle Schüler ihren Anteil haben würden. Die Ausstellungsräume des Paderborner Kunstvereins zwangen die Inszenierung in eine lineare Form ohne die Möglichkeit eines Auf- oder Abgangs für die Schüler, was die Darbietung am Ende nur stärken sollte. Die gleichsam einzelnen Szenen wurden von den Schülern nachvollziehbar arrangiert und durch unterschiedliche Ästhetisierungsformen wie verzögertem Gehen oder Zeitlupen und verstärkenden Sprachelementen verdichtet und theatralisiert. „Darüber hinaus ist es wunderbar kurz - ein Kompliment - so kommt es sehr kompakt daher und wirkt wirklich kurzweilig erfrischend." (E-Mail vom 27.6.2013)

Nachdem sich die Inszenierung der Schüler zunächst vordergründig mit den Erscheinungsformen von Wut befasst hatte, widmeten wir uns möglichen Ursachen und Bewältigungsformen. Die Schüler konnten auf diesem Weg ihr intuitives Weltwissen explizieren und für eine bedeutsame Performance in eine ästhetisierte Form bringen. Die Generalprobe schließlich wurde wieder einmal auf Video gebannt und an Malte Lück geschickt und seine postwendende Antwort darauf enthielt nur einen kleinen  Optimierungshinweis, den die Schüler nach Expertenmeinung selbstredend und umgehend umsetzten. "Ich habe mir Eure Arbeit gerade angesehen: ich bin richtig begeistert davon. Es hat sich doch sehr schön entwickelt. Ich würde die Hintergrund-Musik ganz weg nehmen (ich weiß, die benötigen die Schüler, um sich sicher zu fühlen und um "im Takt" zu bleiben) - ohne Musik wäre es aber kraftvoller." (E-Mail vom 5.12.2013)

Am Abend der Aufführung war die Spannung und Aufregung der Schüler so greifbar wie noch nie zuvor. Sie sind es gewohnt, ihre Ergebnisse auch vor großem Publikum zu präsentieren – bislang jedoch immer in der gewohnten Umgebung der Schule. Nun war das für sie neue Terrain der Paderborner Kunstvereins eine weiterer Spannungsgeber. Die Schüler standen bereits alle an ihren Positionen im Freeze, als  exemplarisch Videonachrichten von Malte Lück überlebensgroß an die Wand projiziert wurden und so die Zusammenarbeit und Projektentwicklung dem Publikum erläutert wurde. Anschließend zeigten die Schüler eine atmosphärisch dichte und kunstvolle Inszenierung, die sich trotz des großen Publikums unbeeindruckt eine Gasse durch die Zuschauer bahnte. Möglicherweise hatte die intensive Auseinandersetzung mit der starken Emotion Wut zur Folge, dass der gesamt Kurs seine Anspannung positiv zu nutzen vermochte und eine hervorragende Leistung darbot, die auch bei den kunstkennerischen Mitgliedern und Besuchern des Kunstvereins Paderborns große Begeisterung hervorrief.
Öffnet internen Link im aktuellen FensterHier geht es zu den Videos des Projekts.

(WibM)

 

 

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