Friedrich-Spee-Gesamtschule Paderborn - Weißdornweg 6 - 33100 Paderborn - Tel.: 05251-16690 - E-Mail: ge-friedrichspee[at]paderborn.de

Geschichte (Oberstufe)

Nationalsozialistischen Verbrechen ein Gesicht gegeben

Vortrag der Historikerin Frau Dr. Margit Naarmann an der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule


Alljährlich werden am 9. November an vielen Orten in Deutschland der nationalsozialistischen Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung gedacht. Im schulischen Geschichts- und Religionsunterricht wird diese zweifelllos dunkelste Episode der deutschen Geschichte in der Regel kaum regionalgeschichtlich beleuchtet und bleibt für Schülerinnen und Schüler so vergleichsweise abstrakt. Doch auch direkt vor unserer Haustür wurden Jüdinnen und Juden zwischen 1933 und 1945 entrechtet, verfolgt, deportiert und getötet – und diese Verbrechen lassen sich ganz konkret mit Paderborner Orten und Gesichtern in Verbindung bringen. Eine solche Möglichkeit der Vergegenwärtigung bot sich den Oberstufenschülerinnen und -schülern der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule am 17. November, als Frau Dr. Margit Naarmann über „Leben und Verfolgung der Paderborner Juden zur NS-Zeit“ referierte.
Die Paderborner Historikerin und ausgewiesenen Fachfrau für die Geschichte der Paderborner Juden berichtete in ihrem Vortrag von den Veränderungen, die der Nationalsozialismus für die Paderborner Jüdinnen und Juden mit sich brachte, und den bedrückenden Folgen. Neben dem Boykott jüdischer Geschäfte von 1933, der vor allem die Handelshäuser „Ehape“ und „Steinheim“ traf, ging Naarmann besonders auf die Ereignisse der Reichspogromnacht in Paderborn und einige Familienschicksale ein, wie beispielsweise die der jüdischen Familien Grünebaum, Herzheim, Rose und Rosenbaum. Gegen Ende ihres Vortrages verdeutlichte die Paderborner Historikerin im Forum der Schule die Umstände der vier Deportationen, die zwischen Winter 1941 und Frühjahr 1943 über Bielefeld nach Riga, Warschau, Auschwitz und Theresienstadt führten. In bewegender Art und Weise schilderte sie hierbei die beiden Einzelschicksale von Erna Rose, die wohl 1942 im Warschauer Ghetto ihr Leben lassen musste, und Sally Rosenbaum, der das Konzentrationslager Theresienstadt überlebte und seine Erinnerungen in Form von Gedichten verarbeitete.    Öffnet internen Link im aktuellen FensterPressespiegel

 

 

Dr. Naarmann

Ortsbegehung zu einem dunklen Kapitel der Stadtgeschichte

Informationen zur alten Synagoge
Gedenkstein Fam. Rosenbaum

Der Geschichtsprojektkurs der Oberstufe (Q1) der Friedrich-Spee-Gesamtschule traf sich am Montag, dem 01.12.14, um sich am Platz der alten Synagoge mit der Vorsitzenden der Öffnet externen Link in neuem Fenster„Gesellschaft für christliche – jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V.“ Monika Schrader-Bewermeier zu treffen. Hintergrund des Treffens war, dass sich der Kurs momentan bemüht, in Paderborn sogenannte Stolpersteine verlegen zu dürfen, die an das dunkle Kapitel in der Geschichte der Stadt und an die unzähligen Opfer erinnern sollen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die alte Domstadt fast komplett zerbombt. Dabei wurden unzählige Menschen getötet und aus ihrer Heimatstadt vertrieben. Die Nationalsozialisten machten auch nicht vor den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und deren Häusern sowie öffentlichen Einrichtungen in Paderborn Halt. So begann Frau Schrader-Bewermeier uns zu erzählen, wie die Synagoge damals ausgesehen hatte und wie sie in der Reichspogromnacht völlig zerstört wurde. Zudem erhielten wir die Information, dass die Planung der Erbauung des heutigen Mahnmals mehrere Jahre dauerte, bis es von dem Künstler Per Kirkebey im Jahre 1993 dann schließlich erbaut wurde. Grund für diese lange Planungsphase war die Ablehnung eines Mahnmals durch mehrere Personen, die zum Teil Häuser oder Geschäfte an dem Platz hatten, auf welchem heute das Mahnmal steht.
Anschließend wurden wir am Bahnhof des Kasseler Tors an die Deportationen erinnert. Insgesamt wurden in Paderborn mehrere hundert Juden in die Ghettos nach Riga, Warschau, Theresienstadt und Auschwitz deportiert. Nur sehr wenige überlebten. Auch am damaligen jüdischen Waisenhaus an der Leostraße, wo sich nun eine Schule für Sehbehinderte befindet, versammelten wir uns, um das dortige Mahnmal genauer zu betrachten. Es erinnert an die 22 Kinder, die im Jahre 1941 nach Auschwitz deportiert wurden. Anschließend führte uns Frau Schrader-Bewermeier an ein Gebäude in der Innenstadt, welches heute vielen als „Cafe & Bar Celona“ bekannt ist.  Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges war das „Cafe & Bar Celona“ ein jüdisches Kaufhaus, welches der Familie Grünebaum gehörte und 1937 auf Befehl von Nationalsozialisten zwangsenteignet wurde. Die Familie wanderte daraufhin nach Amerika aus. An das Kaufhaus und die Familie erinnert heute eine Gedenktafel, die am Gebäude angebracht ist. Auch bei dieser, so teilte Frau Schrader-Bewermeier uns mit, dauerte es viele Jahre, bis sich die Besitzerin des Hauses und die „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.“ auf die genaue Wortwahl auf der Tafel einigen konnten.
Zum Abschluss der Führung fanden wir uns im Paderquellgebiet ein. Dort, so erzählte uns die Vorsitzende der christlich-jüdischen Gemeinschaft, war damals, wo nun ein Gedenkstein steht, das Haus der jüdischen Familie Rosenbaum. Diese betrieben in ihrem Haus einen Handel mit Fellen und Altmetall. Eine der Töchter, Jenny Aloni war eine der bedeutendsten Autorinnen und Schriftstellerinnen der deutschsprachigen Literatur in Israel. Jenny Aloni, geborene Rosenbaum, wanderte in der Zeit des Zweiten Weltkrieges nach Palästina aus, noch bevor ihr Elternhaus komplett zerstört wurde.
Diese sehr informative Führung von Frau Schrader-Bewermeier, hat dem Geschichtsprojektkurs von Herrn Raths sowie den Gästen Frau Meinecke und Herrn Jahnke deutlich gemacht, dass man auch in Paderborn Spuren jüdischen Lebens findet, man muss manchmal halt nur genauer hinschauen, und dass die Geschichte der jüdischen Mitbürger Paderborns und deren Schicksal niemals vergessen werden sollte. (Alina Hense, Q1 2014/15)

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