Sekundarstufen I und II – Gesamtschule der Stadt Paderborn

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Erasmus-Projekt: Betriebspraktikum in Vaala, Finnland und Job shadowing

Kurz vor den Osterferien war es nach knapp drei Jahren erzwungener Corona-Pause endlich wieder so weit: Fünf Schüler*innen der 9. Klassen konnten in Begleitung von Frau Dahm und Herrn Tacke im Rahmen des Erasmus-Projektes ein Betriebspraktikum in Vaala, Finnland absolvieren. Ob als IT-Kraft, im Kindergarten, im Bekleidungsgeschäft, als Einzelhandelskauffrau oder in Begleitung eines Sportlehrers an unserer dortigen Partnerschule: Für sieben Tage hieß es, Land und Leute kennenzulernen, sich in unterschiedlichen Berufsfeldern zu probieren und eine andere Kultur in den jeweiligen Gastfamilien zu erfahren.  
Spaß, Sport und Freizeit kamen selbstverständlich nicht zu kurz, so trafen sich unsere Teilnehmer*innen mit den Gastschüler*innen zum abendlichen Schlitten fahren oder verabredeten sich am Wochenende gemeinsam zum Skilanglauf. Kein Wunder, bei den in unseren Breiten ja nicht mehr vorhandenen Schneemassen, die in Vaala zwischen November und April an der Tagesordnung sind. 

 

Job shadowing in Finnland

Nach vielen pandemiebedingten Unsicherheiten und Verschiebungen konnte das Auslandspraktikum einiger Schüler*innen des 9. Jahrgangs Ende März dann tatsächlich stattfinden und ich durfte mich dieser Gruppe anschließen, um ein job shadowing an unserer nördlichsten Partnerschule, der Vaalan yhtenäiskoulu im nordfinnischen Vaala zu absolvieren. Um es kurz zu erklären: Ein Job shadowing beinhaltet, Kolleg*innen im Unterricht zu begleiten, um Einblicke in das System und den Schulalltag eines anderen Landes zu bekommen. Da Französisch an unserer Partnerschule nicht unterrichtet wird, begleitete ich Englisch- und Sportkolleg*innen in verschiedenen Jahrgangsstufen.

Ein grundlegender Unterschied unserer beiden Schulen ist sicherlich die Größe, die wiederum Einfluss auf viele organisatorische Dinge hat: Aktuell besuchen etwa 250 Schüler*innen von der 1. bis zur 13. Klasse die Schule in Vaala. Die verschiedenen Schulformen (Grundschule, Volksschule und Gymnasium/Oberstufe) befinden sich in einem Gebäudekomplex. Der Verwaltungsbereich, die Mensa, die Sporthalle und ein Aufenthaltsbereich liegen zentral in der Mitte, von wo aus die Trakte der jeweiligen Schulformen direkt erreichbar sind. Wenn man diesen zentralen Bereich durch den Haupteingang betritt, ist das erste, was einem auffällt, eine unglaubliche Ruhe und Sauberkeit, obwohl sich aufgrund der unterschiedlichen Pausenzeiten der Schulformen immer viele Schüler dort aufhalten. Ausschlaggebend hierfür ist zum Teil sicherlich, dass sich sowohl Schüler*innen als auch Lehrer*innen im gesamten Gebäude auf Socken oder in Hausschuhen bewegen. Ein anderer Punkt mag sein, dass sich die Schüler*innen in den Pausen auch mit ihren Handys beschäftigen dürfen… Sehr auffällig war jedoch, dass sich alle bei Verlassen des Aufenthaltsbereiches selbstverständlich darum kümmern, Müll zu entsorgen und Tische zu säubern. Ein sehr gemütlicher Bereich der Schule ist auch der Aufenthaltsbereich der Oberstufe, die in ihrem Trakt einen Bereich mit Sofas und kleiner Kaffeeküche gestaltet hat. Durch diesen Bereich müssen die Lehrer*innen auf dem Weg in den Unterricht gehen, so dass leicht ermüdete Schüler*innen automatisch an den Unterrichtsbeginn erinnert werden oder auch aktiv erinnert werden können. Einen Gong zu Beginn der Unterrichtsstunden gibt es nicht.

Die Räume der Grundschule fallen besonders durch ihre Größe auf. In einer Hälfte des Raumes ist der Sitzbereich, während die andere Hälfte frei ist für Sitzkreise und andere Aktivitäten, so dass Tische und Stühle nicht erst beiseite geräumt werden müssen. Der Englischunterricht in der 1. Klasse findet überwiegend in diesem freien Bereich statt und ist ähnlich aufgebaut wie der Anfangsunterricht an deutschen Grundschulen über die Aktivierung möglichst vieler Sinne mit Bewegungen, Singen, Malen u.ä.. Der Unterricht verlief erstaunlich einsprachig. Lediglich wenn Schüler*innen sich untereinander halfen, sprachen sie finnisch miteinander. Umso erstaunter war ich, dass vor allem die Schüler*innen der Oberstufe in den von mir besuchten Stunden wenig Englisch sprachen. Die Gespräche außerhalb des Unterrichts mit finnischen Schüler*innen aller Altersstufen zeigten hingegen, dass sie in Aussprache und Wortschatz über ein sehr gutes und flüssiges Englisch verfügen und es auch sehr selbstverständlich sprechen.

Der Unterricht in allen Klassenstufen verlief, wie zum Glück inzwischen bei uns auch, medial und digital gestützt. Alle Schüler*innen verfügen über iPads, die Lehrer*innen arbeiten über ein Smartboard. Ein großer Unterschied liegt aber sicherlich in der Verfügbarkeit dieser Medien: alle Geräte funktionierten und es gab immer ausreichend WLAN! Nicht unbedeutend in diesem Zusammenhang ist sicherlich, dass sich mit Katri eine IT-Kraft, die von der Gemeinde angestellt und während der gesamten Unterrichtszeit an der Schule ist, ausschließlich um den gesamten IT-Bereich und die Geräte kümmert. Einer unserer Schüler hat sein Praktikum bei Katri absolviert und spannende Einblicke erhalten.

Insgesamt sind die Klassen deutlich kleiner als bei uns. Dies liegt zum Teil daran, dass die Schule deutlich kleiner ist als unsere. Zum Großteil liegt es jedoch auch daran, dass es deutlich mehr Personal im Sozial- und Inklusionsbereich gibt. Schüler*innen mit Förderbedarfen werden zu bestimmten Zeiten verlässlich in Kleingruppen oder auch einzeln unterrichtet und nehmen  entsprechend ihrer Möglichkeiten am Unterricht der Klasse teil.

Der Sportunterricht unterscheidet sich im Großen und Ganzen nicht sehr von den Prinzipien unseres Sportunterrichts. Deutlich andere Möglichkeiten ergeben sich aber natürlich aufgrund der geographischen Lage Vaalas hinsichtlich der Inhalte. Die Schule verfügt im Bereich der Außenanlagen neben dem Sportplatz auch über ein Eishockeyfeld und Langlauf-Loipen. Das Eishockeyfeld wurde während meines Aufenthalts leider nicht genutzt, da es von zu viel Schnee bedeckt war. Es wird vor allem zu Beginn des Winters genutzt, wenn die Schneemassen noch beherrschbar sind und das Feld relativ schnell freizuräumen ist. Um dem Eishockey verwandte Techniken weiter zu schulen, wird in der Halle häufig Floor-Ball (ähnlich unserem Uni-Hockey) gespielt. Wenn der Schnee das Eishockey-Feld unbespielbar macht, geht es mit Ski-Langlauf als Outdoor-Sportart weiter. Hierzu fahren die Klassen häufig mit dem Bus zum Gelände des Vaala-Skiclubs, das etwa zehn Minuten von der Schule im Wald gelegen ist. Ich hatte das Glück an der letzten Langlaufstunde der 9. Klasse für diese Saison teilnehmen zu können, da am Ende dieser Stunde gemeinsam am Feuer gegrillt wurde. Vorher musste ich jedoch auch ordentlich dafür schwitzen, da dies mein erstes Langlauf-Erlebnis war! Auf dem landschaftlich wunderschönen Rundkurs durch den Wald „kostete es mich viele Körner“, eine neue Technik zu erlernen und gleichzeitig ordentlich Geschwindigkeit zu machen. So hatte der Sportlehrer Tuomo relativ schnell ein Einsehen mit mir und ich durfte die weniger vom Langlauf begeisterten Schüler*innen (auch die gibt es ;-)) auf der kürzeren Runde begleiten.

Als Ersatz für den verpassten Eishockey-Unterricht lud Tuomo Herrn Tacke, Frau Dahm und mich zu einem Playoff-Spiel der Oulun Karpät gegen Tampere ein. Da Oulu nach sehr spannendem Spiel in der Verlängerung gewann, war dies ein sehr eindrucksvolles Erlebnis. Letztlich wurde der Abend sogar noch davon gekrönt, dass Frau Dahm und ich ein kleines, aber feines Nordlicht sehen konnten!

Neben vielen unvergesslichen und schönen Erlebnissen auch außerhalb des Unterrichts ist ein Punkt meines Fazits in jedem Fall: Auch wenn die Schule aufgrund ihrer Größe andere Möglichkeiten hat als Spee, so wird vieles aber auch vor allem dadurch möglich und erleichtert, dass deutlich mehr Geld von Seiten des Staates in das Schulsystem, die Schüler*innen und das Personal investiert wird. Die Bedeutung und Wertschätzung von Bildung spiegelt sich nicht nur in Worten, sondern zeigt sich in ganz pragmatischer Umsetzung. Die Ausstattung des Technikraumes beispielsweise, in dem Herr Tacke und ich in die Arbeit mit dem digitalen Lasercutter eingeführt wurden, würde jedem unserer Techniklehrer vermutlich die Tränen in die Augen treiben.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an Frau Pantel und Herrn Tacke sowie die finnische Kollegin Satu Ervasti, die das job shadowing für mich vorbereitet und organisiert haben!

Anja Hinnerks

Gesamtschule Friedrich Spee – eine Schule für alle Talente!

Gesamtschule Sekundarstufe I und II

  • Hauptschulabschluss nach Jahrgang 9
  • Realschulabschluss nach Jahrgang 10
  • Fachhochschulreife (schulischer Teil) nach Jahrgang 12
  • Allgemeine Hochschulreife nach Jahrgang 13
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  • Förderprojekte | Inklusion
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