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Spee-Projektgruppe lässt Stolpersteine für ermordete jüdische Kinder verlegen

Elias Shifai: „Wir möchten diese Menschen wieder in unsere Mitte holen“.

Es ist die erste Form dieses Gedenkens in Paderborn. Dass bislang noch keine Steine in der Stadt verlegt wurden, hat einen besonderen Hintergrund.
 

Paderborn.23 Kinder mussten im Mai 1942 das jüdische Waisenhaus in Paderborn verlassen. Keines von ihnen kehrte jemals zurück. Sie alle wurden in den Vernichtungslagern der Nazis ermordet, ebenso wie ihre Erzieherin Ella Feldmeier und die Leiterin Rose Elisa Dreyer. An ihr Schicksal erinnern jetzt drei Stolpersteine am ehemaligen Standort des Waisenhauses an der Husener Straße/Ecke Leostraße. Es sind die ersten Stolpersteine in Paderborn.

Dass sie nun verlegt wurden, geht auf eine Initiative von Schülern und Lehrern der Friedrich-Spee-Gesamtschule zurück. Seit 2014 beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit dem Schicksal der Juden in Paderborn. „Wir möchten diese Menschen wieder in unsere Mitte holen“, beschreibt Schüler Elias Shifai stellvertretend für die Gruppe das Anliegen. Schulleiter Lothar Schlegel betonte, dass mit den Steinen den Opfern ihre Namen wieder zurückgegeben werden sollten. Sie sollten daran erinnern, dass „unter uns Menschen lebten, die verfolgt und getötet wurden, weil sie Juden, Sinti und Roma, behindert oder homosexuell waren“.

Die Stolpersteine könnten laut Dietrich Honervogt, stellvertretender Paderborner Bürgermeister, einen Beitrag dazu leisten, dass sich solch ein Unrecht niemals wiederhole. Ende Dezember wird der Künstler Gunter Demnig nach eigener Aussage den 75.000 Stein verlegen. Es gebe diese Art der Erinnerung in mittlerweile 26 Ländern, sagte Demnig, in dessen Lieferwagen Dutzende weitere Stolpersteine zu sehen waren. Dass es ausgerechnet in Paderborn bislang keine Stolpersteine gab, hat übrigens einen Grund, wie Monika Schrader-Bewermeier von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erläuterte. So habe sich der Vorstand mehrmals mit dem Thema beschäftigt, doch hätten jüdische Mitglieder, die NS-Zeit und KZ-Lager überlebt hätten, damals Einwände gehabt.

So suchten die Schüler auch das Gespräch mit den betroffenen Gruppen, bevor das Vorhaben dann mit Unterstützung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit als auch von der jüdischen Kultusgemeinde in die Tat umgesetzt wurde. Finanziert wurde die Aktion durch die Spenden mehrerer Paten.

Monika Schrader-Bewermeier betonte vor den zahlreich erschienenen Gästen der Feierstunde, dass die Stolpersteine auch nicht das erste Gedenken an die ermordeten Juden in Paderborn seien. Es gebe mehr als 20 Punkte im Stadtgebiet, an denen auf unterschiedliche Weise an ihr Schicksal erinnert werde. Dazu gehören neben dem Mahnmal an der Alten Synagoge die Stele am Waisenhaus, ein Stein auf dem jüdischen Friedhof Am Hilligenbusch sowie jeweils sieben Tafeln und Straßenbenennungen.

Und dennoch sprach Dietrich Honervogt wohl allen Anwesenden aus der Seele, als er in seiner Rede sagte: „Endlich haben wir Stolpersteine in Paderborn.“ Es sollen nicht die Einzigen in der Stadt bleiben, wie die Schülergruppe bereits angekündigt hat, die sich auch weiterhin für diese Form des Gedenkens engagieren will.

© 2019 Neue Westfälische, Freitag, 13. Dezember 2019

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