Sekundarstufen I und II – Gesamtschule der Stadt Paderborn

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Inhalt

Wenn ein Engel sprechen könnte …

Am 27. März um 17:30 Uhr wurde es still.
Eine Stille, die man nicht nur hören, sondern fühlen konnte.

Unsere Schule kam zu einem jährlichen Gedenktag zusammen, um an die Toten des schlimmsten und letzten Bombenangriffs auf Paderborn im Jahr 1945 zu erinnern. Gemeinsam mit Paderborner Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Bürgermeister, die ebenfalls gekommen waren, entstand ein Moment des gemeinsamen Erinnerns und Innehaltens.

Der Friedensengel stand wie immer an seinem Platz. Und doch war es, als würde er an diesem Abend mehr sagen als je zuvor.

Besonders bewegend war die persönliche Perspektive, die deutlich machte: Krieg ist nicht nur Vergangenheit. Für manche Menschen ist er Realität auch heute noch. Diese Worte haben den Gedenktag zu etwas ganz Besonderem gemacht und gezeigt, wie nah uns das Thema eigentlich ist.

Rosen wurden verteilt. Still. Ohne viele Worte.
Jede einzelne ein Zeichen für die, die wir nicht vergessen. Für das, was verloren ging. Und für das, was wir schützen müssen.

Dieser Abend war mehr als nur ein Rückblick.
Er war ein Moment des Erinnerns, des Fühlens und des Verstehens.

Manchmal reicht ein einziger Augenblick, um zu begreifen, wie wertvoll Frieden wirklich ist.

Text und Fotos: Roj Said

Studienfahrt nach Oswiecim und Krakau: Erinnern und verstehen

Jedes Jahr unternimmt unsere Schule im Rahmen einer AG, die sich mit den jüdischen Opfern des Zweiten Weltkriegs beschäftigt, eine Studienfahrt nach Polen. Neben der Auseinandersetzung mit der Geschichte steht dabei auch die Frage nach dem Erinnern im Mittelpunkt. In der Nacht des 14. Dezember starteten wir unsere Fahrt und kamen am 15. Dezember in Oswiecim an. Nach dem Bezug der Zimmer erhielten wir zunächst eine Einführung in die Geschichte und pädagogische Arbeit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte (IJBS). Anschließend folgte eine Stadtführung, die die jüdische Geschichte der Stadt und Region Oswiecim vor dem Zweiten Weltkrieg thematisierte. Am nächsten Tag besuchten wir das Gedenkmuseum für die Einwohner der Region Oświęcim. Die Dauerausstellung ehrt den heldenhaften Einsatz der Einwohner, die unter Lebensgefahr Gefangenen des deutschen nationalsozialistischen Konzentrationslagers Auschwitz Hilfe leisteten. Der Besuch dieses Museums war erstmals Teil unserer Studienfahrt und bot eine besondere Perspektive auf die Region: "Das weckte das Interesse der Kinder an Widerstand und Hilfe während 
der Zeit." Am 17. Dezember standen die Besuche der Gedenkstätten Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau)auf dem Programm. Im Vorfeld hatten wir ausführlich über Erwartungen, Sorgen und Ängste gesprochen, doch allen wurde schnell klar: Egal wie viel man darüber liest oder 
spricht, man kann nicht wirklich auf das vorbereitet sein, was man sieht. Die Gewalt und das Leid, das den Gefangenen in Auschwitz angetan wurde, lässt sich kaum in Worte fassen. Die Schüler:innen waren sehr betroffen. Zitate aus der Fahrt:
• „Die Wörter um die brutale Grausamkeit der Lager zu beschreiben existieren nicht und das werden sie nie.“
• „Auschwitz ist etwas, das man weder in Texten, Bildern oder Dokumentationen zu seiner vollsten Grausamkeit beschreiben kann.“
Am Donnerstag, den 18. Dezember, machten wir uns auf den Weg nach Krakau. Dort besuchten wir das Galizische Museum, das dem Gedenken an die Opfer des Holocaust gewidmet ist und die jüdische Kultur der polnischen Region Galizien präsentiert. Das Museum verfolgt das Ziel, Stereotype und Missverständnisse über die jüdische Vergangenheit in Polen zu hinterfragen und sowohl Polen als auch Jüdinnen und Juden über ihre eigene Geschichte aufzuklären, während es zugleich zum Nachdenken über die Zukunft anregt. Ein Höhepunkt der Fahrt war das Zeitzeugengespräch mit Frau Anna Janowska Cioncka (geboren am 5. Mai 1936 in Kraków). Unter dem Titel „Verletzter Baum“ berichtete sie von ihrer Kindheit während des Zweiten Weltkriegs. Eine Person mit diesem Schicksal persönlich zu treffen und aus erster Hand von den erlebten Grausamkeiten zu hören, war besonders bedrückend. Im Anschluss hatten die Schüler:innen die Möglichkeit, Frau Janowska Cioncka Fragen zu stellen.Den Abschluss der Studienfahrt bildete eine Stadtführung durch Krakau. Wir besuchten das jüdische Viertel Kazimierz, die Remuh-Synagoge und den jüdischen Friedhof. Auch die Burg von Krakau und ein Zwischenstopp beim sagenumwobenen Drachen Wawel standen auf dem Programm.
Trotz der bedrückenden Themen blieb auch Raum für Gemeinschaft und Entspannung. Die Schüler:innen nutzten die Zeit beim Karten spielen oder Tischtennis, um zwischendurch auf andere Gedanken zu kommen.
Reflexion der Schüler:innen nach der Fahrt:
• „Mir ist bewusst geworden, wie grausam Menschen sein können.“
• „Das, was in Auschwitz geschehen ist, war nicht mehr menschlich.“
• „Jeder Mensch ist wertvoll, unabhängig von Religion oder Herkunft. Jeder verdient ein Leben in Frieden.“
• „In Auschwitz zu sein war sehr bedrückend, da man ständig daran denken musste, wie viel Leid die Menschen dort ertragen haben. Dieser Ort hat mir klar gemacht, wie wichtig Menschlichkeit, Respekt und Verantwortung sind, damit sich so etwas nicht wiederholt.“
• „Man muss es mit eigenen Augen gesehen haben, damit man sich das wahre Ausmaß an Verbrechen vorstellen kann. Selbst nach dem Besuch der Gaskammern, der Räume voller menschlicher Haare und der Erinnerungsplätze ist es kaum vorstellbar.“
• „Auschwitz und Auschwitz II Birkenau machen einen traurig und sprachlos, weil sie zeigen, wie viel Leid Menschen anderen Menschen antun können. Sie erinnern uns daran, mit Herz, Respekt und Verantwortung füreinander zu leben, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht.“
Offene Fragen, die sich aus der Fahrt ergaben und die möglicherweise Grundlage weiterer Arbeit in der AG sein können, waren unter anderem:
• Warum konnten solche Lager entstehen?
• Haben es andere Länder tatsächlich nicht gewusst?
• Wie konnten Komitees des Internationalen Roten Kreuzes getäuscht werden?
 

Die Studienfahrt hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig Erinnerung, Aufklärung und die persönliche Auseinandersetzung mit Geschichte sind. Sie war für alle Beteiligten eine intensive und prägende Erfahrung. 

Text und Fotos: BetJ

Spee schaut hin – Präsentationen der Forschungsergebnisse der Studienfahrt nach Auschwitz

Sinti und Roma? Ein unbeachtetes Thema in der Gesellschaft? Nein! Vier Wochen nach der Reise zur Gedenkstätte Auschwitz-  Birkenau präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Forschungsergebnisse zum Schicksal der Sinti und Roma in Auschwitz dem Jahrgang 9.

Hierbei gingen sie auf die Schicksale der Paderbornerin  Renate Weinrich ein, die als sechsjähriges Mädchen ein Opfer von Joseph Mengeles Menschenversuchen wurde. Rosa Böhmer aus Hövelhof  wurde in der Schule von der Gestapo entführt, viele Jahre später schrieb ihr Klassenkamerad ihre Geschichte auf.

Vor Weihnachten hatten die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Aktion „Spee schaut hin“ Brillen gesammelt, die an die Brillen erinnern, die den Häftlingen in Auschwitz abgenommen wurden.

Diese gesammelten Brillen wurden Herrn Kriech von der Vincenzkonferenz Paderborn übergeben, die  sie reinigen und prüfen lässt und an bedürftige Menschen spendet. Aktuell betreut die Vincenzkonferenz ein Projekt in Ungarn, das Roma unterstützt. Sie leiden dort immer noch unter massiver Diskriminierung. So konnte hier ein Bogen in die Gegenwart geschlagen werden.

Die Brillensammelaktion wird im nächsten Herbst wieder gestartet.

Im Dezember wird die nächste Fahrt nach Auschwitz stattfinden, an der nach den bewegenden und fundierten Vorträgen von Yvo, Gianluca, Jenny, Lena, Rabia, Lisa, Cassandra und Rayana schon einige Schülerinnen und Schüler großes Interesse zeigten.

GauA

Eindrücke aus dem Konzentrationslager Auschwitz, Oswiecim und Krakau

Schienen in den Tod – Bilder für die Zukunft

Am Donnerstag, dem 1. Februar präsentieren die elf Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 ihre Eindrücke, die sie in November auf einer Studienfahrt nach Oswiecim und Krakau gewonnen haben. Eingeladen ist der Jahrgang 9, der in diesem Schuljahr sich erstmals in der Methodenwoche intensiv mit dem NS und seinen Auswirkungen beschäftigt.  Als Gäste erschienen die Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit, Frau Schrader- Bewermeier und Geschäftsführerin Frau Lutz sowie Dr. Andreas Neuwöhner von der  Paderborn.

Zu sehen sind eine Fotodokumentation, ein selbst erstellter Museumskoffer  sowie  Plakate zu Kunst und Künstlern in Auschwitz, die in einem Workshop entstanden sind.
Schwerpunkt der Fahrt war die Rolle der Bildenden Kunst im Lager. So konnte die Gruppe die Kunstsammlung besuchen und originale Bilder, Zeichnungen und Kunstobjekte anschauen, die  die Häftlinge meist illegal anfertigten. So konnten wir anhand eines kleinen Porträts untersuchen, warum Häftlinge ihre Freunde im Lager gezeichnet haben. Daneben erkundete die Gruppe das Gelände von Auschwitz-Birkenau, ein Ort wo 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden und das Stammlager mit seinen zahlreichen Ausstellungen zur Geschichte des Lagers und authentischen Orten wie der ersten Gaskammer, aber auch den noch erhaltenen Haaren, Fotos und Schuhen der Opfer.
„Haare und Fotos als letzte Lebenszeichen der Ermordeten bewegen noch über siebzig Jahre später fast noch jeden. Es sind die kleinen, die persönlichen Dinge, die die Unfassbarkeit der Shoah verdeutlichen.“ so Kunstlehrerin A. Gausmann, die zusammen mit ihrem Kollegen M. Bürger (Geschichte), die Fahrt begleitete und konzipierte.

In Krakau lernte die Gruppe das ehemalige und aktuelle jüdische Leben  im Stadtteil Kazimierz mit seinen Synagogen und Friedhöfen kennen, auf dem Rakowickifriedhof gedachten sie der polnischen und deutschenToten, die im zweiten Weltkrieg in Krakau umkamen.

Ermöglicht wurde die Fahrt durch die großzügige Unterstützung der Stiftung Gedenken und Frieden, des Volksbundes und des Fördervereins.

GauA

Gesamtschule Friedrich Spee – eine Schule für alle Talente!

Gesamtschule Sekundarstufe I und II

  • Hauptschulabschluss nach Jahrgang 9
  • Realschulabschluss nach Jahrgang 10
  • Fachhochschulreife (schulischer Teil) nach Jahrgang 12
  • Allgemeine Hochschulreife nach Jahrgang 13
  • Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch
  • Förderprojekte | Inklusion
  • Begabtenförderung

Das sind wir:

  • Umfangreiches AG-Angebot
  • Bio-Essen, Buffet
  • Schüleraustausch
  • Schul-Projekte
  • Wettbewerbe

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Friedrich-Spee-Gesamtschule Paderborn
Weißdornweg 6
33100 Paderborn

Tel.: 05251-8814750
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