Am 19. Juni 2026 machte sich der Q1-Projektkurs Bike auf den Weg nach Leeuwarden. Auf der sieben Tage langen Erasmusfahrt warteten nicht nur insgesamt ca. 500 mit dem Rad zu bewältigende Kilometer, sondern auch hochsommerliche Temperaturen. Schon am ersten Tag wussten wir: Das wird anstrengend. Bei 35 Grad ging es Richtung Osnabrück. Dankregelmäßigen Trinkpausen, literweise Sonnencreme und spontanen Picknicks auf Supermarktparkplätzen schafften wir sogar kurz vor Osnabrück sogar die steile Strecke über den Teutoburger Wald.
Nach einer Übernachtung in Lingen und einem abendlichen Schwimmen im See an der Jugendherberge wartete die wohl härteste Etappe: 100 Kilometer bis Zuidlaren. Danach waren wir alle froh, als wir nach drei Tagen endlich Leeuwarden, die Hauptstadt der Region Friesland, erreichten.
Während der gesamten Fahrt wurden wir von einem Bulli unterstützt, der Gepäck transportierte und bei technischen Problemen Werkzeug bereithielt. Größere Zwischenfälle blieben aus: Neben einem platten Reifen und einigen abgesprungenen Ketten sorgte lediglich ein unfreiwilliger Abstecher in eine Gracht auf dem Weg zum Bahnhof für Aufsehen. Glücklicherweise war außer einem unangenehmen Kontakt mit einigen Brennnesseln bei dem Stunt nichts passiert.
In Leeuwarden waren wir in einem großen Ferienhaus mit einem riesigen Grundstück untergebracht, das nach den Radtouren für viele weitere Aktivitäten genutzt wurde. Ob Volleyball, Tischtennis, gemeinsames Entspannen im Badefass, sortieren der vielen frisch gewaschenen Socken oder das Kochen verschiedener Gerichte – vom Grillabend über Pizza und Pasta bis hin zu einer türkischen Linsensuppe – gab es viele Möglichkeiten gemeinsam die Zeit zu verbringen.
Im Rahmen des Erasmus+-Austauschs besuchten wir, wie in den letzten Jahren, eine niederländische Schule: das Comenius Marienburg College. Dort erfolgte der internationale Austausch zwischen den deutschen und niederländischen Schülerinnen und Schüler jeweils über ein bekanntes Lied aus ihrem Land. In kleinen Präsentationen wurde jeweils der Hintergrund des Liedes erläutert und die Musik gemeinsam angehört. Beim anschließenden Mittagessen konnten außerdem typisch niederländische Spezialitäten wie Broodjes, Zuckerbrot und Vla probiert werden.
Natürlich blieb auch Zeit, gemeinsam mit unseren GastgeberInnen die Region zu erkunden. Wir haben eine gemeinsame Radtour nach Ameland mit einer erholsamen Fahrt auf der Fähre und Schwimmen am Strand und eine Stadtführung durch Leeuwarden gemacht. In Leeuwarden selbst wurde die Stadt nicht nur vom Fahrradsattel aus erkundet: Mit SUP-Boardsund Kanus ging es durch die Grachten.
Nach einer Woche voller sportlicher Herausforderungen, interkultureller Begegnungen und gemeinsamer Erlebnisse verlief schließlich auch die Rückreise mit der Deutschen Bahn überraschend problemlos. In einem Zug, in dem die Klimaanlage ausgefallen war, wären allerdings manche am liebsten wieder aufs Rad umgestiegen.
Die Fahrt nach Leeuwarden hat uns gezeigt, dass sich Ausdauer und Durchhaltevermögen auszahlen. Wir haben unsere eigenen Grenzen kennengelernt und sind ein Stück über uns selbst hinausgewachsen.
Text: PriJ
Fotos: Speebiker
