Die 9d auf den Spuren jüdischen Lebens in Paderborn
Der Jahrgang 9 hat sich im Rahmen der diesjährigen Methodenwoche mit der Erinnerungskultur beschäftigt. Aus dem von Frau Hillebrand, Herrn Bürger, Herrn Raths und Herrn Schierok bestens vorbereiteten und breit gefächerten Themen- und Materialpool konnten die KlassenlehrerInnen ein auf ihre Klasse abgestimmtes Programm erstellen. So beschäftigte sich die 9d neben der Geschichte der Verfolgung der Juden vom Altertum bis zur NS-Zeit, der Widerlegung immer noch aktueller antisemitischer Vorurteile, dem Tagebuch von Anne Frank und den verschiedenen Opfergruppen des Nationalsozialismus sehr intensiv mit den Spuren jüdischen Lebens in Paderborn. Dankenswerterweise wurden wir hierbei von unserem Kollegen und Lehrer Achim Riediger unterstützt, der seit einigen Jahren auf privater Ebene Stadtführungen in Paderborn durchführt. So konnten wir die Geschichte jüdischen Lebens in Paderborn eingebettet in die Paderborner Stadtgeschichte sehr anschaulich nachempfinden.
Ausgestattet mit Kenntnissen zu den zeitlichen Abläufen der Judenverfolgung in Paderborn ab 1933, Informationen zu einigen jüdischen Familien und Gebäuden sowie den Umständen der fast kompletten Zerstörung (85%) Paderborns im März 1945 starteten wir am Dienstag die Stadtführung am Paderborner Dom. Ausgehend von der Frage „Warum feiern die Paderborner eigentlich jedes Jahr Libori?“ erzählte Achim Riediger uns anhand von Reliefs am und im Dom, der Krypta und natürlich des berühmten „Drei-Hasen-Fensters“ im Innenhof über die Bedeutung des Heiligen Liborius für Paderborn und Besonderheiten des Libori-Festes. Vom Dom aus gingen wir – nach einem Blick auf das Ghetto-Haus in der Grube - zum Platz „An der alten Synagoge“. Bereits am Montag hatten wir anhand einer Luftbildaufnahme sehen können, wie nah der Dom und die damalige Synagoge, also die großen Gotteshäuser zweier Weltreligionen, beieinanderstanden. Zu Fuß brauchten wir keine drei Minuten. Am 10. November 1938 hieß das, dass man vom Dom aus sehen konnte, wie die Synagoge in Brand gesetzt wurde … Eine Vorstellung, die zu vielen Fragen und Diskussionen innerhalb der Klasse führte! Ebenso wie die Antwort auf die Frage, warum die Paderborner Synagoge erst einen Tag nach den Progromen vom 9. November 1938 durch die SS niedergebrannt wurde: Die Paderborner Feuerwehr hatte am 9. November nicht genug Personal, um das angrenzende Vincenz-Krankenhaus vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Die Feuerwehren in ganz Deutschland durften die Brände der Synagogen nicht löschen, sie sollten lediglich die Gebäude in der Nachbarschaft schützen. Überrascht waren wir auch, dass erst knapp 50 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs an diesem Platz ein deutliches und sichtbares Mahnmal errichtet wurde, das dem Mauerwerk der alten Synagoge nachempfunden ist und auf dem die Namen der ermordeten Paderborner Juden stehen. Bei der jährlichen Gedenkfeier am 9. November werden diese 109 Namen von Paderborner SchülerInnen vorgelesen.
Der Weg führte uns nun außerhalb der alten Stadtmauer (heute der Innere Ring) weiter zum Bahnhof „Kasseler Tor“, von wo aus zwischen 1941 und 1943 Paderborner Juden deportiert wurden. Die Schilderungen Achim Riedigers, wie diese Deportationen vonstatten gingen, hinterließen nachhaltige Bedrückung und auch Fassungslosigkeit.
Die nächste Station war der Standort des von Fanny Nathan gegründeten jüdischen Waisenhauses, in dem nach der Zerstörung der Synagoge auch der einzige jüdische Gebetsraum seinen Platz hatte. Nach dem Ausschluss jüdischer Kinder von staatlichen Schulen fungierte es zudem als Schule. Heute befindet sich an dieser Stelle die Blindenschule. Vor deren Eingang haben Spee-Schüler 2019 gemeinsam mit Herrn Raths und Frau Dr. Gausmann die ersten Paderborner Stolpersteine zur Erinnerung an die Kinder des Waisenhauses und ihre zwei ermordeten Erzieherinnen verlegen lassen (www.stolpersteine-paderborn.de).
Zurück innerhalb der alten Stadtmauer machten wir Station an der ehemaligen „ersten Adresse in Paderborn“, dem Hotel Löffelmann (heute steht dort die Bank für Kirche und Caritas). Dieses Gebäude steht zwar nicht direkt im Zusammenhang mit jüdischem Leben in Paderborn, es birgt jedoch eine Besonderheit für das heutige Paderborner Stadtbild. Obwohl es im März 1945 durch die britische Bombardierung komplett zerstört wurde, findet man heute noch Überreste an verschiedenen Gebäuden. So ist der Eingang der Weinhandlung Görtz mit einem Bogen aus der Frontmauer des Hotels gestaltet. Ähnliches findet sich am Eingang der Bonifatius-Buchhandlung, der aus dem alten Gerichtsgefängnis (heutiges Kaufhaus C&A) stammt. Diese Relikte wurden nach der Zerstörung Paderborns gerettet und Jahre später in die Fassaden dieser Gebäude eingefügt.
Von hier aus ging es den Kamp entlang weiter zum Rathausplatz und dem ehemaligen Kaufhaus „Steinberg & Grünebaum“, in dessen Untergeschoss heute die „BarCelona“ ist. Dieses war eines der bedeutendsten Kaufhäuser nicht nur Paderborns, sondern ganz Westfalens. 1936 wurde das Geschäft durch die Nationalsozialisten zwangsenteignet und 1939 emigrierte die ganze Familie in die USA, nachdem sie auch ihr ganzes Vermögen den Nationalsozialisten überlassen musste.
Ein weiteres bedeutendes jüdisches Kaufhaus befand sich am Marienplatz, wo heute die Buchhandlung „Thalia“ steht. Von dem alten Gebäude des Kaufhauses „Herzheim“ ist zwar nichts geblieben, jedoch war es ähnlich groß wie das heutige Gebäude, was für die damalige Zeit etwas Besonderes war. Natürlich wurde auch dieses Gebäude bis 1938 zwangsenteignet.
Vom Marienplatz aus ließen wir den Blick über die Fassaden der Häuser an der Westernstraße streifen und stellten fest, dass an einigen Stellen zwischen den Gebäuden immer noch lediglich Verblendungen angebracht sind, um zu verbergen, dass sich dahinter – bedingt durch die Zerstörung Paderborns – Lücken befinden.
Mit einem Blick auf das Paderquellgebiet und auf den Ort, an dem einst das Geburtshaus der jüdischen Paderborner Schriftstellerin Jenny Aloni (geb. Rosenbaum) stand, endete unser Gang durch die Stadt nach drei Stunden etwas früher als ursprünglich geplant. Bei Temperaturen knapp über null Grad fiel die Konzentration bei allen Beteiligten doch zunehmend schwer.
Trotz der Kälte war es jedoch eine sehr beeindruckende und auch bewegende Stadtführung, nach der die interessierten SchülerInnen und auch die Klassenlehrerin nun mit einem anderen Blick durch die Stadt gehen und viele Gebäude und Punkte, an denen man alltäglich vorbeigeht, ganz neu wahrnehmen. Sowohl die Spuren des ausgelöschten jüdischen Lebens als auch die Spuren des Zweiten Weltkriegs sind an vielen Stellen Paderborns sichtbar, dürfen nicht vergessen werden und müssen immer wieder nachdenklich machen.
Ein großes Dankeschön auch an dieser Stelle noch einmal an Achim Riediger, der uns mit viel Engagement und dem Blick auf viele Details, die hier gar nicht alle genannt werden können, durch Paderborn begleitet hat!
(HinA)
Auch die 9f hat sich mit der Verfolgung der Juden beschäftigt.
Spee gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus
Passend zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus am 27.01.2022 haben sich die neunten Klassen in der Methodenwoche mit dem Nationalsozialismus beschäftigt.
Vertieft untersucht wurde hier die Judenverfolgung, mit welcher sich auch die Klasse 9f auseinandergesetzt hat.
Am Montag ging es um den Film Anne Frank und um das Thema Judenverfolgung.
Dienstag hat sich die 9f die Judenverfolgung in Paderborn angesehen.
Die Klasse ist in Kleingruppen aufgeteilt worden und ist dann verschiedene Stationen abgelaufen. Jede Gruppe hatte als Schwerpunkt eine der acht Stationen, an der auch ein Vortrag über die Geschichte des Ortes und den Zusammenhang mit der Verfolgung der Juden gehalten werden musste.
Der Treffpunkt nach dem Stadtrundgang lag beim alten Weisenhaus, der heutigen Blindenschule. Dort wurden die Stolpersteine poliert und betrachtet. Die Stolpersteine wurden von einem Projektkurs unserer Schule verlegt.
Mittwoch lag das Augenmerk auf der Fremdenfeindlichkeit im Bezug auf Musik und Deutschrap. Es wurden sich Liedtexte angesehen und im Bezug auf Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Frauenfeindlichkeit, Homophobie etc.. untersucht. Dazu gab es passende Dokus und Aufgaben.
Der Donnerstag wurde mit Vorbereitungen auf den anstehenden Ausflug zur Wewelsburg verbracht, welcher Klassen übergreifend im Jahrgang 9 am 02.02.2022 stattfand.
(SchJ)
Darstellen und Gestalten präsentiert:
„Max auf Reisen“
Phantasievoll durch seine Traumwelt
In dem Stück „Max auf Reisen“ geht es darum, dass ein Kind seine Phantasie auslebt und dabei viel über sich und seine Mitmenschen lernt. Dies haben die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Spee-Gesamtschule in ihrem Stück in der Methodenwoche, die für zwei Darstellen und Gestalten-Kurse „Theaterwoche“ bedeutet, gezeigt.
Nachdem Max einen schlechten Tag hatte, beschloss er sich einen Wolfspelz anzuziehen und alles zu verwüsten. Diese Zerstörung stellte der 9er-DG Kurs von Herrn Wibbeke in kleinen Szenen dar. Nachdem Max von seiner Mutter zur Bestrafung ohne Essen ins Bett geschickt worden ist, begab er sich auf eine Reise übers Meer. Hier traf er irgendwann auf die wilden Kerle. Zunächst erschrocken, wurde Max mittels eines Zaubertricks zum wildesten Kerl gekrönt. Nach „mächtig-viel-Krach-machen“, fiel ihm jedoch auf, dass ihm etwas fehlte und machte sich wieder auf seinem Heimweg. Auf dem Rückweg schlief er ein und träumte von einem großen Königreich, welches den DG-Jahrgang 8 von Frau Schütze inszeniert wurde. Hier lebte ein König mit seiner Tochter. Eines Tages, an dem seine Tochter mal wieder sehr traurig und schlecht gelaunt war, machte er ihr ein ganz besonderes Geschenk: das Lachen. Doch kurz darauf wurde es leider gestohlen. Das ganze Königreich war in Aufruhr und der König bestellte Ritter aus verschiedenen Bezirken, um nachdem Lachen zu suchen. In verschiedenen Tälern der Hektik, des Streits und der Einsamkeit wurde vergeblich nach dem Lachen gesucht. Bis es dann doch eine Wendung gab und letztendlich ein Ritter, der den Dieb ausfindig machen konnte, als Belohnung die Prinzessin zur Frau nehmen durfte.
An diesem Theaterstück haben die Schüler und Schülerinnen ein paar Monate im Unterricht gearbeitet bis letztendlich aus den vielen Ideen einzelne Szenen wurden, wodurch allmählich dieses Gesamtstück wurde. In der Theaterwoche (24.1.-27.1.2022) wurde das Stück neben eigenen Klassen unserer Schule auch Viertklässlern von umliegenden Grundschülern aufgeführt, die somit einen Einblick in die Schule und einem Wahlpflicht-Hauptfach, welches ab Klasse 7 gewählt werden kann, erhalten haben.
In einer kleinen Nachbesprechung durfte das Publikum jede Menge Fragen zum Stück, zum Auftritt an sich sowie zum Fach stellen, welche die DarstellerInnen gekonnt beantwortet haben.
Die SchülerInnen haben neben großer Spielfreude, spontanem Einspringen für ausfallende Schülerinnen und selbstverständlich auch etwas Lampenfieber, endlich erste Bühnenerfahrungen sammeln können und haben damit das Publikum begeistert. Viele positive Rückmeldungen lassen die Freude bis hin zum nächsten Stück noch größer werden. Auch die beiden Darstellen und Gestalten-LehrerInnen waren sehr stolz und haben sich mit einer Rose bei jeder/jedem Darsteller/in bedankt.
Text: Danni Giefer (9a), Anna Bielawny (8b), Manuel Wibbeke und Svenja Schütze
Alle Anwesenden wurden zuvor auf COVID-19 getestet!
Hier ist das Video aus Schülerinnenhand zum Theaterstück
Fußballturnier "Friedrich-Spee-Cup Vol.7" am 28.1.2022
Lehrer - Oberstufen-SchülerInnen
In unserer Sporthalle gab es spannende Spiele zwischen dem LeherInnen-Team und SchülerInnen der EF, Q1 und Q2. Als Sieger ging das Lehrerteam hervor, gefolgt von der Q2 und der Q1, die auch noch auf dem Siegertreppchen landeten.
Alle Anwesenden wurden zuvor auf COVID-19 getestet.
