Schülerinnen und Schüler aus Estland, Irland und Spanien treffen sich in dieser Woche an der Friedrich-Spee-Gesamtschule.
Die beteiligten Schulen sind:
- Võru Gümnaasium, Estonia, Varu
- Kilian's German School, Ireland, Dublin
- IES SABINA MORA, Spain, Roldan
Angesichts der derzeitigen Situation in Europa (Brexit, nationalistische antieuropäische Bewegungen, wachsender Antisemitismus) besteht Anlass zur Sorge über die Entwicklung in Europa. Zwei Anliegen sind Kern des Projekts.
Erstens gilt es den SchülerInnen in den teilnehmenden Schulen zu vermitteln, dass Frieden in Europa keine Selbstverständlichkeit ist, sondern eine Aufgabe, die niemals beendet ist. Die Europäische Union von Montanunion bis Osterweiterung hat bisher weitgehend erfolgreich diese Aufgabe übernommen und die Ideen einer friedlichen Kooperation vorangetrieben. Angesichts gestärkter nationalistischer Töne in vielen europäischen Ländern will dieses Projekt über die Kontakte hinaus ein Bewusstsein für die nationalen/regionalen Erinnerungskulturen erzeugen, und über ein aktives Pflegen einer Erinnerungskultur an die Schrecken des Krieges die Bedeutung und Fragilität des Friedens in den Köpfen verankern.
Zweitens wollen wir die SchülerInnen befähigen, angesichts der in ihrer Simplizität attraktiven Erzählstruktur der nationalistischen Propaganda (die bedrohten Rebellen kämpfen gegen die Invasion der Fremden oder das "dunkle Imperium" Brüssel) selbstbewusst Bilder, Symbole, Rituale zu entwickeln, die sie zu Protagonisten des abenteuerlichen Unternehmens „Frieden in Freiheit“ machen.
16-19jährige SchülerInnen aus Deutschland, Estland, Irland und Spanien treffen sich teilweise an Terminen nationaler (Unabhängigkeitstag 24.2., Gedenken an Reichspogromnacht 9.11.) und kontroverser (N-20) Gedenktage in Dublin, Murcia, Paderborn und Vöru . Über die zwei Jahre setzten sich ca. 130 Schülerinnen und Schüler begleitet von etwa 24 Lehrerinnen und Lehrern aus den vier Ländern mit unterschiedlichen Formen von Erinnerungskultur auseinander. Sie analysieren die Instrumentalisierung historischer Ereignisse, von Symbolen und Bildern. Sie erarbeiten Wissen zu Anlass, Form und Intention nationaler Gedenkfeiern und vergleichen diese mit denen der Partnerländer. Sie diskutieren Anlass, Form und Intention von Denkmälern im öffentlichen Raum, und diskutieren diese öffentlich vor Ort/ Zeitung und im Internet und gestalten diese teilweise auch mit (Stolpersteine). Sie erproben den Einsatz von Sprache, Bildern und Symbolen für ein Propagieren von Freiheit und Frieden. Sie gestalten die Gedenkfeiern zur Reichspogromnacht in Paderborn 2021.
In diesen Aktionen entwickeln die SchülerInnen eine Verantwortung für ihre lokale/regionale/nationale Erinnerungskultur, die über ein Gedenken der Schrecken der Vergangenheit in eine Wertschätzung des Friedens und der Freiheit mündet. So gehen die SchülerInnen einen Schritt hin zu einer gemeinsamen europäischen Identität gehen.
