„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt.“ Dieses Zitat stammt von Bundespräsident Roman Herzog vom 27. Januar 1996, als er den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärte.
Anlässlich der Ende Januar durchgeführten Methodenwoche, in der sich der 9. Jahrgang der Friedrich-Spee-Gesamtschule mit der Erinnerungskultur beschäftigt hat, machten sich an einem Mittwoch rund 100 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen auf den Weg zur nahegelegenen Wewelsburg. Die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg setzt sich in ihrer Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ mit der lokalen Geschichte der SS-Tätigkeiten und des örtlichen Konzentrationslagers auseinander.
Vor Ort gab es für die Schülerinnen und Schüler verschiedene Themenbereiche zu entdecken. Der Tag begann mit einer Führung über das Gelände der Wewelsburg, wobei der Nordturm mit seinem Obergruppenführungssaal und der Gruft ein besonderes Highlight darstellte.
Der Fokus des Tages lag auf der näheren Betrachtung der Opferperspektive. Hierfür begaben sich die Schülerinnen und Schüler zunächst in den zweiten Teil der Ausstellung. In kleinen Gruppen hatten sie die Möglichkeit verschiedene Personen, die allesamt Insassen des Konzentrationslagers in Wewelsburg waren, und die persönlichen Geschichten hinter den Gesichtern kennen zu lernen. Hierbei stand allerdings nicht nur die Zeit in Gefangenschaft im Fokus, auch das Leben vor der Verhaftung und nach der Freilassung wurden von den Schülerinnen und Schülern genau untersucht. Nach einer kurzen Stärkung besuchten sie das Gelände, wo früher das Konzentrationslager lag. Unterstützt durch die sehr eindrucksvollen Erzählungen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte gelang es den Schülerinnen und Schülern, einen tieferen Einblick in den Alltag der Häftlinge im Konzentrationslager zu bekommen.
In einem letzten Block wurde der Blick auf die Täterperspektive gerichtet. Die ausgestellten Fotos, Briefe und Gegenstände ermöglichten es den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in unterschiedliche Biografien von SS-Männern zu bekommen.
Die Fahrt zur Wewelsburg war für die Schülerinnen und Schüler eine großartige Erfahrung in der Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur. Sie hat erneut gezeigt, dass die Erinnerung nicht enden darf.
Text und Foto: Nele Brüggensmeier
