Unter dem Titel „Haltung in Zeiten von Spaltung und KI“ fand am 25.6.25 an der Friedrich-Spee-Gesamtschule ein besonderer Projekttag für die Jahrgangsstufe EF statt. Gast war Professor Rahman Jamal, Ingenieur und Autor mit bewegender Migrationsgeschichte, der bereits zum zweiten Mal an der Schule in den Dialog mit Schüler:innen trat, diesmal als Ingenieur auch zum Thema KI.
Die Schüler:innen, die sich bereits im Vorfeld mit Jamals Biografie sowie mit Themen rund um Migration und gesellschaftlichen Wandel auseinandergesetzt hatten, bekamen zunächst einige sehr persönliche Einblicke in die Lebensgeschichte und berufliche Laufbahn des Autors. Dabei wurde schnell deutlich, dass nach Jamals Erfahrung gelingende Migration neben einigen äußeren begünstigenden Faktoren eine bewusste innere Haltung aller Beteiligten erfordert: Eine Haltung der Offenheit und des Verständnisses für das Gegenüber, die nicht immer leicht einzunehmen ist, wie auch einige Schüler:innen anmerkten, die sich mit eigenen Beobachtungen und Erfahrungen einbrachten.
Im weiteren Gespräch rückte das Thema KI in den Fokus. Dabei zeigte sich die Bandbreite von Jamals Expertise: Als Ingenieur sprach er mit den Schüler:innen nicht nur über technologische Entwicklungen, sondern auch über die gesellschaftlichen und ethischen Fragen, die damit einhergehen. Mit einem Augenzwinkern verwies er auf ChatGPT – „den stochastischen Papagei“ – als das vielleicht derzeit beliebteste digitale Haustier der Schüler:innen. Doch bei aller Faszination für die Technologie lenkte er den Blick auf das Wesentliche: „Die zentrale Herausforderung im Umgang mit KI ist und bleibt die Menschlichkeit.“
Die Menschlichkeit als zentrales Unterscheidungskriterium zur Technik sei, so betonte Jamal, auf zwei Ebenen entscheidend: Erstens als Fähigkeit zur kritischen Reflexion – im Sinne einer bewussten, hinterfragenden Auseinandersetzung mit Informationen, Algorithmen und Medieninhalten. Und zweitens als Grundhaltung im menschlichen Miteinander – in digitalen wie analogen Räumen.
Die Ergebnisse der Workshops und die anschließenden Gespräche zeigten, wie sehr die Themen des Tages die Schüler:innen berührten und zum Weiterdenken anregten. Es ging um Chancen und Risiken von KI, um digitale Verantwortung und um die Frage, wie Haltung im Alltag ganz konkret gelebt werden kann.
Text: HeuC
