Sekundarstufen I und II – Gesamtschule der Stadt Paderborn

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Spanienaustausch nach Roldán

Ein Bericht aus der Perspektive einer Schülerin

Herzlich willkommen zurück! Diesmal geht es um den Spanienaustausch nach Roldán. Ich erzähle euch etwas über die Erfahrungen, wie es war, in einer Gastfamilie war und wie die Reise allgemein ablief.

Am ersten Tag sind wir ganz früh morgens, schon um sechs Uhr, losgefahren, um vom Flughafen in Düsseldorf nach Madrid zu fliegen. Alles war von den Lehrern gut organisiert, wir sind problemlos angekommen und haben alles gut geschafft. In unserer Gruppe waren auch zwei Personen, die zum ersten Mal geflogen sind, darunter gehören ich.

Um ehrlich zu sein: Obwohl es mein erster Flug war, war er sehr angenehm. Alle haben uns gut zugesprochen und uns das Gefühl gegeben das wir keine Angst brauchen. Obwohl ich im Flugzeug nicht neben jemandem saß, den ich gut kannte, habe ich mich trotzdem sicher und wohl gefühlt, weil ich wusste, dass immer jemand da war und alles gut wird.

In Madrid angekommen, wurden wir von unseren Austauschschülern abgeholt und sind gemeinsam als große Gruppe in ein Hotel gegangen. Nachdem wir eingecheckt hatten, sind wir zum großen Marktplatz gegangen und hatten dort etwas Freizeit, um uns umzuschauen und selbst zu entscheiden, was wir machen möchten.

Anschließend ging es laut Plan ins Museo Reina Sofía. Dort konnten wir uns die Ausstellungen anschauen. Obwohl meine Gruppe aus dem 10. Jahrgang für das Erasmus-Projekt zur Berufsorientierung dort war, war auch eine Oberstufengruppe dabei, die sich mit der Erinnerungskultur beschäftigte. Deshalb haben wir uns die Ausstellung angeschaut, die sehr interessant war. Man konnte sich frei im Museum bewegen. Definitiv etwas, das man empfehlen kann.

Nach etwa zwei Stunden im Museum sind wir zu Fuß durch Madrid zurückgelaufen. Die Lehrer hatten das wirklich gut geplant, sodass wir dabei viel von der Stadt sehen konnten. Es war ein sehr schöner Spaziergang. Am Abend sind wir dann noch in eine Comedy-Show gegangen, die direkt gegenüber von unserem Hotel stattfand und die wir uns etwa eine Stunde lang angeschaut haben. Obwohl sie auf Spanisch war und man nicht alles verstehen konnte, wurde vieles von unseren Lehrkräften übersetzt, was den Abend deutlich angenehmer gemacht hat.

Nach diesem langen Tag sind wir schnell eingeschlafen. Am nächsten Morgen mussten wir wieder früh aufstehen, im Hotel frühstücken und direkt weiter, denn wir hatten einen Besuch bei der Televisión Española, also dem großen Rundfunkzentrum Spaniens. Dort bekamen wir eine sehr interessante Führung. Auch hier wurde vieles übersetzt, wenn wir etwas nicht verstanden haben. Alle vor Ort waren sehr freundlich und haben alles gut erklärt. Man hat ständig Neues gesehen, allerdings wurde man auch schnell durstig, deshalb sollte man in Spanien immer Wasser dabeihaben.

Danach sind wir mit dem Bus nach Toledo gefahren, eine wirklich wunderschöne Stadt. Wenn man alte Gebäude und historische Strukturen mag, ist das auf jeden Fall sehenswert. Wir hatten dort wieder Freizeit, konnten die Stadt selbst erkunden und etwas essen gehen. Ich war die ganze Zeit mit meiner Austauschschülerin und den anderen in einer kleinen Gruppe unterwegs. Da wir insgesamt nur drei Austauschschüler im Erasmus-Projekt waren, waren wir eine überschaubare Gruppe und konnten alles sehr gut erkunden. Die spanischen Schüler haben uns dabei immer geholfen und uns gut orientiert.

Am Abend sind wir dann in Roldán angekommen, wo wir von unseren Gastfamilien abgeholt wurden. Es war schon spät, deshalb bin ich direkt schlafen gegangen.

Am nächsten Morgen begann der Tag mit Unterricht in der Schule. Anfangs denkt man sich vielleicht: „Ich bin doch in Spanien, warum habe ich jetzt Unterricht?“, aber es war tatsächlich sehr interessant. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe, waren die Schüler und Lehrer sehr nett. Viele haben versucht, mit mir auf Englisch zu sprechen und die Lehrkräfte haben sich Mühe gegeben, mich einzubeziehen. In einer Englischstunde konnte ich sogar problemlos mitarbeiten.

Danach hatten wir einen 3D-Druck-Workshop, in dem wir Namensschilder erstellt haben. Das ist ein typischer Einstieg, um sich mit dem Programm vertraut zu machen. Da alles auf Spanisch war, hat es etwas länger gedauert, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht.

Anschließend hatten wir ein Gespräch über unsere berufliche Zukunft. Dabei ging es darum, wie wir uns unsere Zukunft vorstellen und welche Möglichkeiten es gibt. Ich fand es besonders interessant, dass wir dazu angeregt wurden, auch über Dinge nachzudenken, die man sonst vielleicht nicht direkt in Betracht zieht, zum Beispiel, ob ein Beruf langfristig wirklich zu einem passt. Außerdem haben wir etwas über das spanische Arbeitssystem gelernt, zum Beispiel, dass sich dort grundsätzlich jeder verbeamten lassen kann, wenn man eine entsprechende Prüfung besteht.

Der Schultag endete gegen 14 Uhr und danach sind wir mit unseren Austauschschülern und deren Familien an den Strand gefahren. Das war ein echtes Highlight. Der Strand war wunderschön und wir konnten einfach entspannen, spielen oder die Sonne genießen. Später sind wir noch in ein Café gegangen und die Eltern waren so freundlich, uns etwas auszugeben, was in Spanien wohl recht typisch ist.

Später bin ich noch mit meiner Austauschschülerin durch Roldán gegangen und habe mehr von der Stadt gesehen. Auch wenn es eher eine kleine Stadt ist, war es sehr schön und die Atmosphäre war unglaublich herzlich. Man wurde überall freundlich begrüßt und hatte schnell das Gefühl dazuzugehören.

Am nächsten Tag haben wir ein Ausbildungszentrum im Bereich Landwirtschaft besucht. Dort haben wir gesehen, wie Pflanzen angebaut werden, wie man Wasser spart und nachhaltiger arbeitet. Wir haben auch gelernt, welche Pflanzen gut miteinander kombiniert werden können und wie man mit den begrenzten Wasserressourcen in Spanien umgeht. Es war sehr interessant zu sehen, wie viel Arbeit dahintersteckt. Besonders schön war ein Workshop, bei dem wir selbst einen Blumenstrauß gestalten durften. Während wir auf die anderen gewartet haben, bekamen wir zusätzlich noch eine kleine spontane Erklärung zur Pflanzenentwicklung, fast wie eine kurze Biologiestunde.

Danach sind wir zurück nach Roldán gefahren und mit den Familien in eine große Mall gegangen. Dort gab es eine riesige Spielhalle mit vielen Spielen sowie zahlreiche Läden und einen großen Supermarkt. Wir hatten viel Spaß, auch gemeinsam mit den Austauschschülern. Einer von uns hat sogar typisch spanische Süßigkeiten für seine Schwester gekauft.

Am Freitag sind wir einen Berg hochgewandert. Die Aussicht war atemberaubend. Es war zwar etwas steinig, weshalb festes Schuhwerk empfehlenswert ist, aber es hat sich definitiv gelohnt. Besonders interessant war, dass der Berg früher als militärischer Stützpunkt genutzt wurde.

Danach sind wir wegen des windigen Wetters nicht an den Strand gegangen, sondern in eine nahegelegene Hafenstadt gefahren. Dort hatten wir Freizeit, konnten die Stadt erkunden und auch einen Leuchtturm besichtigen, von dem aus man eine tolle Aussicht auf das Meer hatte.An diesem Tag waren wir ausnahmsweise ohne unsere Austauschschüler unterwegs und haben die Stadt erkundet, was aber auch sehr gut funktioniert hat und viel Spaß gemacht hat.

Am Wochenende hat jeder etwas anderes mit seiner Austauschfamilie unternommen. Ich war am Samstag mit meiner Austauschschülerin und ihrer Freundin in einer Mall und wir sind auch durch die Gegend gefahren es war schön alles zu sehen. Und am Sonntag war ich mit der Gastfamilie von einem anderen Austauschschüler und ihm am Strand und am Hafen. Seine Gasteltern haben uns viel über den Ort erzählt, es war sehr interessant und schön auch was über einen Ort zu erfahren und nicht nur dran vorbei gehen. Auch wenn man nicht alles verstanden hat, konnte man durch Gestik und Mimik viel verstehen.

Am Sonntagabend haben wir dann unsere Koffer gepackt und uns auf die Rückreise vorbereitet. Am Montag waren wir noch einmal kurz im Unterricht und sind dann mittags mit dem Bus nach Murcia gefahren, um unsere Lehrer abzuholen. Von dort ging es weiter nach Alicante, von wo aus wir zurück nach Deutschland geflogen sind. Wir kamen spät abends an und wurden von unseren Familien abgeholt.

Obwohl die Reise eine Woche gedauert hat, kam sie mir viel kürzer vor, weil wir so viel erlebt haben. Es gab immer etwas zu tun, sei es im Programm oder mit den Austauschschülern.

Insgesamt war es eine unglaublich schöne Erfahrung. Ich habe viele neue Dinge erlebt, neue Menschen kennengelernt und gemerkt, dass vieles gar nicht so schwierig ist, wie man vorher denkt. Die Familien waren sehr herzlich, und man wurde schnell wie ein Teil der Familie aufgenommen. Auch wenn es manchmal Sprachbarrieren gab, konnte man sich immer verständigen.

Ich kann es wirklich jedem empfehlen: Wenn ihr die Möglichkeit habt, an so einem Austausch teilzunehmen, macht es! Ihr könnt nur davon profitieren und werdet es auf keinen Fall bereuen.

Bis zum nächsten Mal :)

Text und Fotos: Shilan Khodida

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