Im Rahmen der schulischen Aktivitäten zum Lernen im Grünen stehen aktuell die Tage der Gartenvögel an der Friedrich-Spee-Gesamtschule im Fokus.
Beim heutigen Bau von Nisthilfen nehmen zwölf Kinder aus den Jahrgangsstufen fünf und sechs Teil. Die Achtklässlerinnen Mathilda Jung und Emma Louis sowie vier Lehrer*innen aus der Schulinitiative „Lernen im Grünen“, stehen der Gruppe als helfende Hände zur Seite. Ziel ist es den Gartenvögeln in der schulischen Umgebung Nistmöglichkeiten zu bieten und damit einen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt zu leisten. Für einen geringen Selbstkostenpreis dürfen die Schüler*innen die Nistkästen auch für sich selber und den heimischen Garten verwenden.
Die Veranstaltung an der Friedrich-Spee-Gesamtschule erfolgt in Kooperation mit dem NABU Paderborn, speziell mit der Abteilung BNE, „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ der Biologischen Station Senne und dem Referenten Markus Förster. Bevor die Schülergruppe mit dem Bau beginnen, hat dieser noch gezielt Fragen zum richtigen Standort und Nutzen der Nistkästen an die Schüler*innen. Die ursprünglichen Lebensräume unserer Gartenvögel waren lichte Wälder mit einem hohen Totholzanteil. Der Wald heute hat sich sehr verändert, so gibt es in den wenigsten Gebieten noch ausreichend Totholz, welches sich als Nisthöhlen für Vögel eignet. Das Anbringen von Nisthilfen kann diesem Mangel entgegenwirken und Vogelschutz gewährleisten.
Björn Postma aus der Klasse 6a weiß, die richtige Höhe zum Aufhängen der Nistkästen beträgt zwei bis drei Meter. So wird vermieden, dass Räuber die Kästen erreichen.
Dominik Wiens aus der 5e ergänzt, dass auch bei der Platzwahl aufgepasst werden muss. Steingärten sind kein geeigneter Lebensraum für die einheimischen Vögel, vielmehr sollte ein naturnaher Garten angelegt werden. Herr Förster erläutert darüber hinaus, dass das Einflugloch weder zur Wetterseite zeigen, noch der prallen Sonne ausgesetzt sein sollte. Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist deshalb ideal.
Nach einem kurzen Frage-Antwort-Spiel starten die Kinder eifrig mit dem Bau der Nisthilfen. Hierzu erhalten sie vorgesägte Holzteile, die sie noch schleifen, damit sich die Vögel nicht an den scharfen Schnittkanten verletzen können. Das Vorbohren und Verschrauben erfolgt eigenständig mithilfe einer Schritt-für-Schritt-Bauanleitung. Für Einige ist es das erste Mal, dass sie einen Akkubohrer in der Hand halten. Schnell haben sie aber den “Dreh“ raus und die Nistkästen nehmen Form an.
Der Eigenbau hat den Vorteil, dass die Kinder handwerkliche Fähigkeiten erlangen, Spaß haben die „Häuser“ zu fertigen und einem Schaden durch minderwertige Kästen vorzubeugen. So sind viele käuflich erworbene Nistkästen zu klein, bieten durch Sitzstangen Angriffsflächen für Räuber, oder haben zu große Einfluglöcher.
Die an der Friedrich-Spee-Gesamtschule gefertigten Kästen verfügen an der Vorderseite über eine Klappe zum Öffnen, denn nach der der Brutsaison werden die Kästen von den Schüler*innen gereinigt. Dadurch können sie Vögeln, kleinen Säugetieren und Insekten auch im Winter als schützendes Heim dienen.
Das Naturschutzprojekt „Bau von Nisthilfen“ erfährt an den Tagen der Gartenvögel, am 28.05.2021 für die Schüler*innen eine Fortsetzung mit einer Vogelstimmenwanderung unter der Leitung des Ornithologen H.G. Festl, ebenfalls von der NABU Paderborn.
(RieA)
